Gochsheim

Einwohner:      6152 ( 31. Dez. 2011)

Fläche:            21 km²


Besuchen Sie die Gaden (Kirchburg) in Gochsheim

Führung: Historischer Förderkreis  Tel. 09721 630323

Name und Geschichte

 

Gohhesheim oder heute Gochsheim ist erstmals im Jahre 796 urkundlich erwähnt. Die fränkischen Adeligen Habracht und Hebo schenkten damals einen Besitz aus Gochsheim an das Kloster Fulda. Nach Meinung von Historikern stammt der Name vom Stamm "God" und dem Namen "Godo"; bedeuten könnte der Name Goggesheim = Gochsheim das "Heim des Godo".

Bereits im frühen Mittelalter soll in Gochsheim an nicht unbedeutendes Königsgut bestanden haben. Besitztümer hatten auch viele Adelige, darunter Markgraf Otto von Schweinfurt und die Grafen von Henneberg.

Die Herren von Erdthal besitzen hier heute noch ein Schloß und eine Familiengruft.


Fortsetzung am Ende der Bildergalerie!


um 1900
um 1900
Schlachttag bei Pfisters Paulus, Gochsheim, ca. 1900 - Danke an Peter Wiegand
Schlachttag bei Pfisters Paulus, Gochsheim, ca. 1900 - Danke an Peter Wiegand
Gochsheim um 1910
Gochsheim um 1910
1919
1919
Plan 1920
Plan 1920
Medaille zum Eröffnungsschießen 1926 - 34mm
Medaille zum Eröffnungsschießen 1926 - 34mm
Apotheke Stenger - Danke an Michl Kupfer
Apotheke Stenger - Danke an Michl Kupfer
1949 - Handlung Georg Wilhelm Heinrich
1949 - Handlung Georg Wilhelm Heinrich
Haus-Nr. 46 Wohnhaus mit Schmiede im Fachwerkstil erbaut 1620
Haus-Nr. 46 Wohnhaus mit Schmiede im Fachwerkstil erbaut 1620
Gasthof Schwarzer Adler
Gasthof Schwarzer Adler
um 1900 - 1905
um 1900 - 1905
ca. 1925
ca. 1925
Haus in Gochsheim
Haus in Gochsheim
Haus-Nr. 141 Wohnhaus im Putzbau mit Renaissance-Giebeln, erbaut 1601
Haus-Nr. 141 Wohnhaus im Putzbau mit Renaissance-Giebeln, erbaut 1601
Schwebheimer Tor, noch erhalten von den Befestigungswerken des einst freien Reichsdorfes Gochsheim
Schwebheimer Tor, noch erhalten von den Befestigungswerken des einst freien Reichsdorfes Gochsheim
Brunnen-Häuschen im Hofe Haus Nr. 4 - Steinerne Brüstung mit Steinsäulen darüber, kuppelartiges Dach, Anno 1802
Brunnen-Häuschen im Hofe Haus Nr. 4 - Steinerne Brüstung mit Steinsäulen darüber, kuppelartiges Dach, Anno 1802

Wohnhaus im Renaissance-Stil mit kleinem Chor, erbaut im Jahre 1612 mit folgenden Inschriften:

 

Am linken Hauseck:

Schweig, leid und lach,

Mid Geduld überwindet

Man alle Sach. Veracht

Nich mich und die Meinen.

Siehe zuvor an Dich und

Die Deinen. Frag nicht

Wer ich bin. Welcher

Teufel weis wer Du bist.

 

Am rechten Hauseck:

Kuntz Sweigert

Baut sich an dem haus

Ein so Geschlecht das er

Keiner Jungfrau und

Keins Wein nicht acht

Wan sie schon ist so weis als

Wacks so bin ich ihr doch fil

Zu swartz und kan sie

Nicht bekomm. Ein Jungfrau

ist hier Elter für klug. Sie ist

....................

Im aber noch nicht

Flock genug und tu

Sie doch nicht nennen

Mögt sie sonst ein....

Man kennen.

Das Apostelhaus im Jahre 2013:

Alte Gaden - Keller mit Aufbauten - welche, wie auch in Geldersheim, die Kirche umschließen (dieses und nächstes Bild)
Alte Gaden - Keller mit Aufbauten - welche, wie auch in Geldersheim, die Kirche umschließen (dieses und nächstes Bild)
Gochsheimer Familie - Danke an Susanne Hasler
Gochsheimer Familie - Danke an Susanne Hasler
Alte Plantanz-Grußkarte
Alte Plantanz-Grußkarte
Am kleinen Plan - 1930 - Danke an Peter Wiegand
Am kleinen Plan - 1930 - Danke an Peter Wiegand
Gochsheimer Trachten in den 1950ern
Gochsheimer Trachten in den 1950ern
Blick auf Gochsheim in den 1950ern - Danke an Peter Wiegand
Blick auf Gochsheim in den 1950ern - Danke an Peter Wiegand
Kirchgaden in den 1950ern - Danke an Peter Wiegand
Kirchgaden in den 1950ern - Danke an Peter Wiegand
Gochsheim, Blick auf das Schwebheimer Tor vom Atzmann aus, 50er Jahre - Danke Peter Wiegand
Gochsheim, Blick auf das Schwebheimer Tor vom Atzmann aus, 50er Jahre - Danke Peter Wiegand
1952 - Am kleinen Plan - Danke Peter Wiegand
1952 - Am kleinen Plan - Danke Peter Wiegand
Am kleinen Plan 1955 - Danke Peter Wiegand
Am kleinen Plan 1955 - Danke Peter Wiegand
1955 - Plan und Rathaus - Danke Peter Wiegand
1955 - Plan und Rathaus - Danke Peter Wiegand
1955 - Schwebheimer Straße - Danke Peter Wiegand
1955 - Schwebheimer Straße - Danke Peter Wiegand
Schwarzer Adler Gochsheim
Schwarzer Adler Gochsheim
Plantanz Vorkriegszeit
Plantanz Vorkriegszeit
Plantanz 1966 - Herzlichen Dank an Wilhelm Hobner, heute Augsburg
Plantanz 1966 - Herzlichen Dank an Wilhelm Hobner, heute Augsburg

 

Gochsheim 1981 - Fotos: Peter Wiegand:

Kirchweih 1982 - Danke an Peter Wiegand
Kirchweih 1982 - Danke an Peter Wiegand

 

Historisches Fest in Gochsheim 12.06.1983

 

Weitere historische Fotos von Gochsheim

bitte durch Anklicken vergrößern!

Danke an Peter Wiegand

Kirche in Gochsheim hinter der Gadenmauer - 2013
Kirche in Gochsheim hinter der Gadenmauer - 2013

 

Gochsheim - Weyer

Gemeindebrunnen, 18. Jahrhundert - Dorische Säulen auf steinerner Brüstung, abgewalmtes Dach
Gemeindebrunnen, 18. Jahrhundert - Dorische Säulen auf steinerner Brüstung, abgewalmtes Dach

 

Fortsetzung "Name und Geschichte"

Gochsheim war mit dem Zehnten dem Würzburger Domkapitel und ab 1298 dem Hochstift verpflichtet. Die Gerichtshoheit hatte der Bischof v. Würzburg und übte diese sogar über die königlichen Güter aus.

Es lässt sich nicht genau feststellen, wann Gochsheim Reichsdorf wurde. Erstmals findet sich ein Nachweis in einer Urkunde 1234, als Bischof Herrmann von Lobdeburg (Würzburg) bei König Friedrich II. on Hohenstaufen (1212 - 1250) Klage einreicht, da ihm die Schweinfurter Reichsvogtei, zu der Gochsheim gemeinsam mit Sennfeld gehörte, ihm die Gerichtshohheit streitig machte. Gochsheim hatte nämlich ein eigenes Dorfgericht, das aus einem Reichs-Schultheiß und sieben Schöffen bestand, wobei das Hochgericht der Reichsvogt von Schweinfurt ausübte. Der Streit hierüber endete erst im Jahre 1572. Im Jahre 1814 ging die Gerichtsbarkeit auf das Landgericht Schweinfurt über.

Erwähnenswert ist, dass sich die Gochsheimer im Jahre 1525 während der Bauernkriege an der Zerstörung von Schloß Mainberg aktiv beteilgt waren. Nach dem Sieg über die aufständischen Bauern und ihre Verbündeten wurden diese hart bestraft, so dass davon auszugehen ist, dass die Gochsheimer für den Wiederaufbau des Schlosses viel bezahlen und hart mitarbeiten mussten.

Seit 1542 war Gochsheim im Rahmen der Reformation evangelisch geworden. Erst nach langem Bemühen der Gochsheimer durften diese im Jahre 1649 einen evangelischen Pfarrer einsetzen.

Wie auch die Schweinfurter litten die Gochsheimer enorm während er großen Kriege mit all den Besetzungen und Truppendurchzügen oder Truppenstationierungen. Im 30-jährigen Krieg (1618 - 1648) mussten die Gochsheimer zusammen mit den Sennfeldern 120.000 Gulden an Schweden und die Kaiserlichen Truppen zahlen.

1796 waren es die französischen Besatzer, die in Gochsheim für Notzeiten sorgten. Dies wurde ausgelöst durch ständige Einquartierungen, verbunden mit Repressalien, hohen Kriegssteuern. Wurden die Forderungen nicht erfüllt waren Geiselnahme und Verschleppung an der Tagesordnung. Im Jahre 1800 mussten die Gochsheimer 6886 Gulden, 9 Kreuzer und 5 1/2 Pfennige berappen.

Am 06. Dezember 1802 verlor Gochsheim die "Reichsfreiheit" und wurde, wie auch Schweinfurt, bayerisch.

Am deutsch-französischen Krieg im Jahre 1866 nahmen 16 Männer aus Gochsheim an Kampfhandlungen teil, wobei einer verwundet wurde.

Am Krieg 1870/1871 nahmen 51 Gochsheimer teil, die alle von den Kampfhandlungen zurückkehrten. Einer davon verstarb nach seiner Rückkkehr an den Folgen seiner Verletzungen.

Größer waren die Verluste im Ersten und Zweiten Weltkrieg.

Im Ersten Weltkrieg (1914 - 1918) verloren von 460 Gochsheimer Soldaten 83 ihr Leben. Das Resultat des Zweiten Weltkriegs waren 205 Tote und 60 Vermisste. Im Dorf gab es viele Zerstörungen, darunter 93 Brände. 30 Wohnhäuser wurden zerstört, die Hälfte davon vollständig; weiter wurden 37 Scheunen und 127 Nebengebäude beschädigt oder ganz zerstört.

Der Ortsteil Weyer, der im Rahmen der Gemeindegebietsreform 1971 zu Gochsheim kam, hatte im Ersten Weltkrieg neun Tote und im Zweiten Weltkrieg 18 Tote und 9 Vermisste zu beklagen.

 

Sehenswürdigkeiten:

Es gibt noch Zeugnisse der geschichtlichen Vergangenheit Gochsheims.

An erster Stelle sind hier die Gadenanlage um die evang. Kirche genannt werden, die noch recht gut erhalten ist und als eine der ältesten Mainfrankens gilt.

Von der Befestigungsanlage des Dorfes ist nicht mehr viel zu sehen. Sehenswert ist jedoch hiervon das "Schwebheimer Tor".

Die Kirche selbst, ein Bau aus verschiedenen Abschnitten des 16. und des 19. Jahrhunderts, sollte auf dem Besichtigungsprogramm nicht fehlen.

Der Turm hatte im Jahre 1583 einen Kuppelhelm erhalten, das Langhaus wurde im Jahre 1872/73 erbaut.

Das Rathaus, ein zweigeschossiger, gut erhaltener, Fachwerkbau aus dem Jahre 1561 ist ebenfalls ein schöner Anblick mit dem auf dem Platz davor stehenden barocken Zierbrunnen, gebildet aus drei Säulen.

Sehenswert auch das unter Denkmalschutz stehende "Apostelhaus", ein eingeschossiger Giebelbau mit kleinem Chor, und das Schlösschen der Familie Erdthal.

Im Ortsteil Weyer ist die Bonifatius-Kirche sehenswert, die im Jahre 1730 vom Abt Wilhelm Söllner errichtet wurde. Sie wurde 1832 Pfarrkirche.

Das ganz oben abgebildete Wappen der Gemeinde Gochsheim findet sich im Dorf zwei Mal: eines befindet sich neben einer Schrifttafel mit der Jahreszahl 1511 außen am Chor der Pfarrkirche (fliegender Adler), ein weiteres am Rathaus. Über einer mit fünf Zinnen versehenen Mauer, mit einem G versehen, ein wachsender Adler. Der Schild befindet sich auf einer eingegrenzten Fläche mit der Jahreszahl 1561 und den Buchstaben H + V. Das Wappen wurde übrigens ausdrücklich durch Freidrich III., Kurfürst und Pfalzgraf bei Rhein, bestätigt, als dieser die Schutzherrschaft über Gochsheim ausübte. (1559 bis 1569)

 

Die Beschreibung des Wappens lautet offiziel:

"In Schwarz über roter Quadermauer mit drei Zinnen ein wachsender flugbereiter Adler mit ausgeschlagener roter Zunge"

 

Gochsheim heute:

Erntedankfest 2011

Erntedankfest 2012