Die Ära Friedrich Fischer und Investoren

Firmenübersicht                                 (1872 - 1909)

- Firma „Friedrich Fischer“                        Einzelfirma
   (16.10.1872 – 18.11.1891)

- Firma „Automatische Kugelfabrik Friedrich Fischer“        Einzelfirma
   (19.11.1891 – 29.03.1897)

- Firma „Erste Automatische Gussstahlkugel-Fabrik,         AG
   vorm. Friedrich Fischer AG
   (30.03.1897 – 31.10.1909)

Firma „Friedrich Fischer“ (Einzelfirma)
(16.10.1872 – 18.11.1891)

1872
Friedrich Fischer (geb. am 19.03.1849 in Schweinfurt) eröffnet am 16. Oktober 1872 im elterlichen Anwesen Obere Straße 8 eine Reparaturwerkstätte für Nähmaschinen mit angeschlossenem Handel für Nähmaschinen und Fahrräder.

1875
Friedrich Fischer bezeichnet sich zwischenzeitlich als Maschinenfabrikant. Er errichtet eine mechanische Werkstätte mit Schlosserei und Dreherei.

1883
Friedrich Fischer konstruiert eine Kugelbearbeitungsmaschine zur industriellen Herstellung von Stahlkugeln.
Zum ersten Mal können damit gehärtete Stahlkugeln gleich groß, genau rund und in größeren Mengen hergestellt werden.

1887
Sechs Kugelschleifmaschinen laufen in der Oberen Straße 8.

1888
Verbesserung der Kugelbearbeitungsmaschine durch seinen Mitarbeiter und späteren Konkurrenten Wilhelm Höpflinger.

1890
Umsiedlung in ein neu erworbenes Anwesen am Markt 24 (12 Kugelmühlen laufen im neuen Anwesen).
Patentstreit mit Wilhelm Höpflinger. Für die Weiterentwicklung der Kugelbearbei-tungsmaschine erhält Fischer am 17. Juli 1890 das Patent Nr. 55783.

Höpflinger erhält das lizenzfreie Mitbenutzungsrecht. Eine belebende und bis heute andauernde Konkurrenz entsteht.


Exkurs:
1890 gründet Wilhelm Höpflinger mit dem Kaufmann Engelbert Fries eine eigene Kugelfabrik. Beide waren bei Friedrich Fischer tätig. Fries als Nähmaschinenvertreter und Höpflinger als Mechaniker seit 1888.

Patenturkunde für Kugelfräsmaschine
Patenturkunde für Kugelfräsmaschine

 

 

Firma „Automatische Kugelfabrik Friedrich Fischer" (Einzelfirma)
(19.11.1891 – 29.03.1897)

1891
Umbenennung der Einzelfirma und Eintragung als „Automatische Kugelfabrik Friedrich Fischer“ beim Registergericht Schweinfurt am 19. November 1891.

1892
Friedrich Fischer pachtet die städtische Spinnmühle.

1896
Friedrich Fischer veräußert sein Geschäft für Nähmaschinen, Fahrrädern und Musikalien. Er erwirbt ein 40.000 m² großes Grundstück im damals noch selbständigen Oberndorf (heute: Hauptbahnhofstraße).

1896
Friedrich Fischer stellt am 19.03.1896 das Baugesuch für eine neue Fabrik. Die neue Fabrik war auf 36.000 Gros, das sind über fünf Millionen Stahlkugeln wöchentlich, ausgelegt.

 

Firma „Erste Automatische Gussstahlkugel-Fabrik, vorm. Friedrich Fischer AG“ (AG)
(30.03.1897 – 31.10.1909)

1897
Umwandlung der Firma in die „Erste Automatische Gussstahlkugel-Fabrik, vorm. Friedrich Fischer AG“ am 30.03.1897.
Friedrich Fischer übernimmt die technische Leitung. Mehrheitsaktionär ist ein Bankier.

1899
Friedrich Fischer stirbt am 2. Oktober 1899 im Alter von 50 Jahren; kurz darauf stirbt auch sein einziges Kind. Die Firma besteht weiter in Form der Aktien-gesellschaft.

Werbung in Frankreich - Jahr unbekannt - Danke an Aribert Elpelt
Werbung in Frankreich - Jahr unbekannt - Danke an Aribert Elpelt

1905
Das Warenzeichen FAG – für Fischers Actien-Gesellschaft – wird hinterlegt.
Die Bezeichnungen: Fischers Automatische Gussstahlkugel-Fabrik oder auch Fischers Aktien-Gesellschaft ergeben das Warenzeichen FAG, das am 29. Juli 1905 eingetragen wurde.

1909
Die Firma Georg Schäfer & Cie. erwirbt mit Wirkung vom 1. November die „Erste Automatische Gußstahlkugel-Fabrik, vorm. Friedrich Fischer AG“ und fusioniert  die Firma mit ihrem eigenen Kugellagerwerk.
Der Hauptbetrieb wird von der Spinnmühle in das Gebäude der erworbenen Gussstahlkugel-Fabrik am Schweinfurter Hauptbahnhof verlegt.


Kugelfabrik Fischer nach der Fusion mit der Fa. Georg Schäfer
Kugelfabrik Fischer nach der Fusion mit der Fa. Georg Schäfer