SILBERSTEIN & NEUMANN Schuhe

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SILBERSTEIN & NEUMANN
Schuhe  

gegr.:              1875 bis 1933 (Liquidation) 

Gründer:         Jacob Silberstein & Emanuel Neumann

Rechtsform:     Schuhfabrik Silberstein & Neumann AG (1925-1929)  

Standort:         In der Oberen Str. 12 (1875-1886)
                       ab 1887: Friedhofstr. 2-4
                       später: Einzug Fa. Allmis


Firmengeschichte

1887 entstand die Schuhfabrik „Silberstein & Neumann“. Die Fabrikate „Biene“, „Edox“ und „Angulus“ waren bekannte Marken. 

Die Fabrik konnten anfangs ein reges Exportgeschäft verzeichnen, wahrscheinlich ausgelöst durch die Abneigung gegen Fabrikschuhe im Inland.

Die Ausfuhr wurde aber bald durch Schutzzölle und durch den Aufschwung der Schuhindustrie in anderen Ländern erschwert. Bedeutende Einfuhren aus Amerika und Österreich gefährdeten auch das Inlandsgeschäft.

Die Schwierigkeiten konnten in den letzten Jahren vor dem ersten Weltkrieg durch Export in die Balkanländer ausgeglichen werden.

Im ersten Weltkrieg selbst galten einschneidende Maßnahmen. Es musste mit Ersatzstoffen gearbeitet werden. Über die Hälfte der Arbeiter waren zum Heeresdienst eingezogen. Ein Zwangssyndikat der deutschen Schuhfabriken bestimmte was produziert werden durfte.

Dennoch konnte der Betrieb während des Ersten Weltkrieges aufrecht erhalten werden.

Beschäftigt wurden ca. 500 Arbeitnehmer (Stand 1921).

Die Schuhfabrik ging 1933 in Liquidation. Nach der Enteignung durch die Nationalsozialisten verstarb Herr Ludwig Silberstein im Jahre 1937.

(©AKI2015/Fiedler-Firma010)         Dank an Peter Hofmann für die Fotos

Quellen:
Karl Fischer, Kurzer Abriß über die Entstehung und Entwicklung der Industrie in Schweinfurt am Main bis Ende 1921,
Schweinfurt 1921, Seite 21/22
Saffert, Erich, Aus der Wirtschaftsgeschichte Schweinfurts, 1954, Seite 10, letzter Absatz
Repertorium zur mittelständischen Wirtschaftsgeschichte von Schweinfurt im 19. Jahrhundert, Seite 106

Zur vorstehend abgebildeten Aktie:

Die Gesellschaft wurde am 27.10.1916 als Schuhfabrik E. Heimann, AG unter Fortbetrieb des unter der Firma Silberstein & Neumann in Schweinfurt bisher betriebenen Fabrikbetriebes gegründet. Bis 23.11.1927 lautete die Firma Bayerische Schuhfabriken AG, später dann wie oben. In der außerordentlichen Gesellschafter-Versammlung vom 24.04.1930 machte der Vorsitzende Mitteilung über die bestehenden Verhältnisse. Die Gesellschaft, die in der Inflationsperiode die innerlich schwache Bayrische Schuhfabrik in Schweinfurt übernommen habe, sei jetzt hauptsächlich dadurch genötigt, eine Reorganisation des Betriebes vorzunehmen. Man wolle den durch die Kapitalzusammenlegung freiwerdenden Betrag von 410.000 Reichsmark zur Schaffung eines Umstellungs-Fonds für die Zusammenlegung der zwei Fabriken und für Maßnahmen zur Verkleinerung der Produktion, zur Reinigung der Debitoren von schwachgewordenen Außenständen und zur Verringerung der Anlagekonten verwenden. Die Gesellschaft stellte im August 1932 ihre Zahlungen ein, ein Liquidationsvergleich folgte. Die Gesellschafterversammlung vom 07.11.1932 beschloss die Auflösung und Liquidation der Gesellschaft. Der Betrieb selbst wurde durch eine in Gründung befindliche Gesellschaft weitergeführt. Ein kleiner Teil des entbehrlichen Immobilienbesitzes wurde 1931/32 verkauft.

Schuhfabrik Silberstein & Neumann , Ende der 1920er-Jahre; Foto: Stadtarchiv
Schuhfabrik Silberstein & Neumann , Ende der 1920er-Jahre; Foto: Stadtarchiv
In der Schuhfabrik - Danke an Thomas Horling
In der Schuhfabrik - Danke an Thomas Horling
In der Schuhfabrik - Danke an Thomas Horling
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In der Schuhfabrik - Danke an Thomas Horling
In der Schuhfabrik - Danke an Thomas Horling