Ernst-Sachs-Bad - heute Kunsthalle Schweinfurt

Das Ernst-Sachs-Volksbad

von Dr.Rudolf Pfister, München

aus Beilage zu "Das Bayernland", illustrierte Halbmonatszeitschrift, 47. Jahrgang, Heft 7/8, April 1936

 

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Reklamezettel aus den 1930ern (oben Vor- und Rückseite)
Reklamezettel aus den 1930ern (oben Vor- und Rückseite)

Grundsteinlegung am 10.06.1931. Oberbürgermeister Dr. Benno Merkle (rechts) verliest die Urkunde, die eingemauert wurde.  Von links: Elinor und Willy Sachs, Betti und Ernst Sachs, Architekt Lehrmann, dahinter die Bauunternehmer Adam Tasch und Michael Siebensohn, Stadtrat Leonhard Riedel, Architekt Kiesel, Oberbaurat Zierl und Architekt Roderich Fick.

Das Ernst-Sachs-Bad während seiner Erbauung 1931
Das Ernst-Sachs-Bad während seiner Erbauung 1931
Bau der Kuppel
Bau der Kuppel
Bau des Hauptbeckens
Bau des Hauptbeckens
Die Schwimmhalle 1934
Die Schwimmhalle 1934
Der Brunnen vor dem Erst-Sachs-Bad 1934
Der Brunnen vor dem Erst-Sachs-Bad 1934
Ernst-Sachs-Bad 1935 - Danke Michael Kupfer
Ernst-Sachs-Bad 1935 - Danke Michael Kupfer
1935 - Danke an Holger Meyer
1935 - Danke an Holger Meyer
Privatfoto 1936
Privatfoto 1936
Das Ernst-Sachs-Bad von der Hl. Geist-Kirche aus gesehen um 1937
Das Ernst-Sachs-Bad von der Hl. Geist-Kirche aus gesehen um 1937
Das Ernst-Sachs-Bad wurde im Zweiten Weltkrieg ebenfalls empfindlich getroffen
Das Ernst-Sachs-Bad wurde im Zweiten Weltkrieg ebenfalls empfindlich getroffen
Danke an Herrn Loos
Danke an Herrn Loos
Die Schwimmhalle nach der Eröffnung
Die Schwimmhalle nach der Eröffnung
Schwimmhalle in den 1960ern
Schwimmhalle in den 1960ern
Foto: Jürgen Kohl
Foto: Jürgen Kohl

Anlässlich seines 60. Geburtstages wollte Ernst Sachs seiner Heimatstadt ein besonderes Geschenk zukommen lassen.  Er entschloss sich, der Stadt ein Hallenbad zu bauen, das   in Deutschland sich sehen lassen konnte. Am 10.Juni 1931 erfolgte die Grundsteinlegung, zu deren Anlass Oberbürgermeister Dr. Merkle die Urkunde in Gegenwart des Architekten Roderich Fick, der Architekten Kiesel und Lehrmann, der Schweinfurter Bauunternehmer Michael Siebenson und Adam Tasch sowie des Stifters Dr. Ernst Sachs, seiner Ehefrau Betty Sachs und seinem Sohn Willy Sachs, verlas.

Im Jahre 1933 wurde schließlich das Bad eröffnet, das als eines der schönsten Hallenbäder Deutschland gelten sollte.  Die Eröffnungsfeier war ein besonderes Ereignis, dem viele Schweinfurter beiwohnten. Nicht nur der industriell Stil des Bades, sondern auch der große Vorplatz mit dem Brunnen des Künstlers Wackerle wussten zu beeindrucken.

Dem Zeitgeist entsprechend schrieb damals Dr. Rudolf Pfister aus München: „ Dort, wo die Sachlichkeitsanbeter die höchste Vollendung sehen, dort fängt die wirkliche Leistung des Baukünstlers erst an. Der Architekt des Schweinfurter Bades wusste dies, und deshalb ist sein Werk auch mehr geworden als seine Brüder im übrigen Reich: keine „Anstalt für Reinlichkeit“, keine „sanitäre Einrichtung“, sondern das, was es sein soll: eine Stätte der Körperpflege in dem höheren Sinne, der aller Körperpflege des Altertums eigen war, in dem Sinne der Erziehung zum schönen, gesunden Körper in Verbindung mit einem gesunden Geist“.  Naja, so würde man das heute nicht mehr ausdrücken.

Das Ernst-Sachs-Bad wurde im Krieg schwer getroffen, jedoch in den Nachkriegsjahren bis 1949 wieder hergestellt und die Schweinfurter hatten bis ins Jahr 2004 ihren Spaß daran!

Heute wird nach aufwändiger Umgestaltung das Haus als „Kunsthalle“ genutzt. Die Städtischen Sammlungen und Sonderausstellung, wie derzeit „Main und Meer“ finden hier außerordentlich gut strukturierte und gestaltete Präsentationsräume mit einer Ausstellungsfläche von 1831,3 qm, einer Fläche von 155,5 qm für die Museumpädagogik und 144,3 qm für den Schweinfurter Kunstverein.

Herr Dr. Ernst Sachs hätte sicher seine Freude daran......